Ausstellungsgestaltung – 2. Pin-Up

„Ausstellen ist nicht hinstellen, ausstellen ist gestalten.“ (Gottfried Korff)

Der 1. und 2.Jahrgang beschäftigen sich aktuell intensiv mit dem Thema Ausstellungsgestaltung. Das gesamte Areal des Geschirrmuseums Wilhelmsburg ist dafür ein idealer Ausgangsort. Einige der Räume am Gelände sind derzeit nicht in Verwendung und harren einer Verwertung. Vielfältige Ansätze der Studierenden wurden beim Pin-Up präsentiert: wie zum Beispiel die Auseinandersetzung mit dem Material Porzellan anhand von mehreren Stationen verteilt am gesamten Museumsareal, die Wechselwirkung der Stadt Wilhelmsburg und dem Geschirrmuseum,  eine Ausstellung speziell für Kinder, eine Ausstellung über Tisch- und Tafelkultur und die Gestaltung eines Materiallabors.

Gastkritiker Johann Moser vom Wiener Architekturbüro BWM Architekten und Lehrbeauftragter an der TU Graz hat die Diskussion mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung als Ausstellungsgestalter inspiriert und abschließend ermutigt interdisziplinäre Gestaltungskompetenzen weiterhin zu vertiefen, im Berufsfeld sind diese ein entscheidender Vorteil.

 

Ausstellungspraxis (1)

Um mit der Praxis im Bereich Ausstellungsgestaltung näher vertraut zu werden, besuchten wir im Oktober das neue Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich. Ausstellungsgestalter Gerhard Abel (Planet Architects) gab wertvolle Einblicke in Hintergründe, strategische und konzeptionelle Entwicklung und Planung des Projekts und zahlreiche praktische Aspekte in seiner Abwicklung.

 

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X-City kick-off

Ein sehr interessantes Future-Lab-Projekt startete kürzlich in diesem vergessenen Teil von St. Pölten – mit Studierenden der Bachelor-Studiengängen Grafik-Design, Informationsdesign und des Masters Raum- und Informationsdesign in Zusammenarbeit mit einem wichtigen Vertreter einer Stadtentwicklungsgesellschaft. Auf die Präsentation der Ergebnisse im Frühjahr sind wir sehr gespannt – aber noch ist X-City streng geheim!

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Ausstellungspraxis (2)

Im Museum für Angewandte Kunst hat uns Dr. Rainald Franz (Leiter der Sammlung Glas und Porzellan) eine aufschlußreiche Einführung in den Schwerpunkt Porzellan gegeben. Helmut Waldhuber (NDU-Dozentin für Lichtplanung)  erläuterte im MAK Design Labor am konkreten Beispiel die Beleuchtung von Exponaten. Außerdem hat uns die von Planet Architects gestaltete Ausstellung „Form folgt Paragraph“  im Architekturzentrum Wien physisch erleben lassen, wie sehr die Gestaltung unserer Umwelt von Normen, Richtlinien und Gesetzen bestimmt wird.

Anfang Dezember setzte sich unsere Exkursionsreihe fort – der zweite Jahrgang besuchte gemeinsam mit NDU-Dozentin Ulrike Haele und ihrem Fach „Trendlabor“ zuerst die 100 besten Plakate Ausstellung im MAK, danach bekamen wir, passend zum aktuellen Semesterthema, eine Führung in der Wiener Porzellanmanufaktur Feine Dinge im fünften Bezirk. Im Anschluss spazierten wir quer durch Wien, plauderten dabei über alle möglichen Trends. Unsere Gespräche setzten wir bei einem Tee im ehemaligen Café Griensteidl und jetzigem Café Rien fort und verfestigten diese mithilfe von Szenariotechniken und unseren mitgebrachten Unterlagen. Neben dem Rien befindet sich übrigens ein temporärer Concept-Store für Mode, Bücher, Accessoires und Kosmetik,  das sich Rienna nennt und angeblich noch bis Jänner 2018 läuft.

Semesteropening mit Porzellan-Workshop

Der Semesterstart fand dieses Jahr nicht wie gewohnt an der NDU statt, sondern an einem aussergewöhnlichen Ort – am Gelände der ehemaligen Geschirrfabrik in Wilhelmsburg. Ziel der Exkursion war es, die Möglichkeiten des Materials Porzellan in all seinen Eigenschaften intensiv zu erfahren und einzusetzen. In drei Workshop-Tagen wurden von den Studierenden jeweils drei Trinkgefäße entwickelt, die eine Geschichte transportieren sollten und an denen die Techniken der Deformation, Addition und der Oberflächengestaltung anzuwenden waren. „Porzellanmeister“ Hermann Seiser stand uns geduldig zur Seite und unterstützte uns beim Testen der unterschiedlichen Verarbeitungsmethoden. Die fertigen Gefäße wurden im Rahmen einer gemeinsam improvisierten Ausstellung im Fabriksgebäude dem Hausherrn und Museumsdirektor Manfred Schönleitner und den Gästen Christian Schäfer (stellvertretender Geschäftsführer von Laufen Bathrooms AG), Sabina Durdik (Innovationsmanagement von Laufen Bathrooms AG) präsentiert und bei einem gemeinsamen Umtrunk auch gleich verwendet.
Ein definitiv gelungener Semesterstart!

 

 

Angebot: Career Check

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Am 8. und 22. August sowie am 5. September jeweils von 17 bis 20 Uhr bieten wir allen NDU-Bachelorabsolventinnen und -absolventen einen „Career Check“ an – in informeller Atmosphäre in den Büros Lichtwitz Leinfellner visuelle Kultur KG (8.8.), Christian Prasser Architektur (22.8.) und Christine Schwaiger Architektur/Interior (5.9.)

Dabei besteht die Gelegenheit, mit Gestaltern Euer persönliches Profil und Portfolio zu besprechen und sich über praktische Anforderungen in den Berufsfeldern Innenarchitektur und Kommunikationsdesign, sowie Möglichkeiten der Weiterbildung zu informieren. Nähere Informationen dazu unter info@ndu.ac.at bzw, (0)2742 890 2418.

Orientierung im Untergrund

Zur Endpräsentation des U-Bahn-Entwerfens im 2. Semester waren die prominenten Gastjuroren Gregor Eichinger aus Wien und Andreas Uebele aus Stuttgart gekommen. Beide konnten den Studierenden aus ihrer langjährigen Praxis in der Gestaltung von Transiträumen wertvolle Erfahrungen weitergeben. Zusätzlich hielt der international renommierte „Raumgrafiker“ Andreas Uebele einen gut besuchten Vortrag in der NDU Serie „lunch time lectures“.

Das visuelle und architektonische Erscheinungsbild eines U-Bahnnetzes prägt entscheidend die Identität einer Stadt. Die aktuelle große Ausbaustufe der Wiener U-Bahn sieht eine Erweiterung der U2 und den Bau der neuen Linie U5 vor. Bereits 2018 wird mit der Verlängerung der U2 ab Station Rathaus und mit dem Bau des ersten Teilstücks der U5 zum Frankhplatz-Altes AKH begonnen.

Präsentation ist alles

Um die Masterprojekte auch überzeugend präsentieren zu können wurden unsere Studierenden von DI Wojciech Czaja in einem zweitägigen Workshop darauf vorbereitet. Er kennt als Moderator und Vortragender nicht nur alle Kommunikationstricks, sondern ist als Journalist und Autor zahlreicher Artikel und Bücher auch ein Kenner der Architekturszene. Genau auf die Bedürfnisse der Studierenden zugeschnitten wurden inhaltliche Struktur, Vortragsaufbau, Beginn und Ende, Rhetorische Fragen, verbale und nonverbale Kommunikation in Einzel-, Paar- und Gruppenübungen trainiert.

 

Exkursion Wiener Prater

Samstag, 6. Mai 2017 – am ersten hochsommerlichen Tag dieses Jahres stand für das zweite Semester eine Exkursion im Wiener Prater auf dem Programm. Neben zahlreichen Besuchern aus aller Welt, Erstkommunionskindern mitsamt ihren Familien, Jugendlichen und Praterfans fand obendrein die Lehrveranstaltung „Memoria – Orte des Gedächtnisses“ unter der Leitung von Dekan Dr. Sergius Kodera inmitten des Praters statt. Von den Studierenden wurden verschiedene Fahrgeschäfte analysiert, um zu verstehen wie sogenannte „Orte der Erinnerung“ ein kollektives Gedächtnis umformen. Besonders interessant war der Aspekt, die ausgewählte Praterattraktion aus Gestalter-Sicht bei Tageslicht und in der Dämmerung zu betrachten.

A Milano. Dove, se no? In Mailand, wo sonst?

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Jedes Jahr im Frühling bietet Mailand zum „Salone del Mobile“ ein überwältigendes Aufgebot an inspirierenden Ausstellungen und Veranstaltungen zum Thema Design. Weltweit führende Hersteller und die bekanntesten und innovativsten Gestalter nutzen diese internationale Plattform um Neuheiten erstmals einem Fachpublikum vorzustellen. Über 50 Studierende der NDU haben diese Gelegenheit genutzt und sind, geführt von Christine Schwaiger und Florian Sammer, drei Tage lang quer durch Mailand gestreift. Im Stadtteil Brera wurden wir freundlichst von Vertretern der Lichtfirma viabizzuno empfangen, die mit Architekturschaffenden wie z. B. Peter Zumthor oder David Chipperfield zusammenarbeiten.

Besonders eindrucksvoll war die Führung durch das ehemalige Atelier der Designikone Achille Castiglioni. In seiner Wunderkammer mit Designobjekten, Prototypen, Zeichnungen und Materialstudien wurde die Entstehungsgeschichte von zahlreichen Leuchten und Einrichtungsgegenständen nachvollziehbar und lebendig.

Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung der prachtvollen Villa Necchi Campiglio aus den 1930er Jahren. Vom Architekten Piero Portoluppi für eine Mailänder Industriellen-Familie geplant, ist die kunstvolle und ohne finanzielle Einschränkungen gefertigte Ausstattung bis heute komplett erhalten.

Eine der meist besprochenen und empfohlenen Präsentationen war MINDCRAFT17 – TIME im Klosterhof San Simpliciano. Kuratiert und präsentiert wurde sie vom dänischen Multitalent Henrik Vibskov, der als Modedesigner sein eigenes Label führt, aber auch als Interior-Designer, Ausstellungsgestalter und Musiker aktiv ist. Line Sattler, Absolventin des Masters Raum- und Informationsdesign der NDU arbeitet im internationalen Team des viel beachteten Designers und hat bei dieser Ausstellung maßgeblich mitgewirkt.

Im Stadtteil Lambrate, üblicherweise durch zahlreiche Ausstellungen von jungen, oft holländischen Designern und internationalen Designuniversitäten geprägt, hat dieses Jahr besonders IKEA mit seinem Festival die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Damit hat auch hier die „Gentrifizierung“ durch eine der grossen Marken begonnen – was zwar einerseits die unbekanntere Szene verdrängt, andererseits natürlich auch ein Zeichen für den Erfolg der Designszene ist.