Masterarbeiten 2017

Eine sehr breite Palette an verschiedenen Themen an der Schnittstelle von Architektur und visueller Kommunikation hat sich der bisher zweite Jahrgang an Absolventen unseres Masterstudiums vorgenommen: Von einem Pop-up-Fernbusterminal über einen Kulturkomplex in Istanbul bis zur Gestaltung einer Ausstellung in einem fahrenden Zug.

Alle KandidatInnen haben sehr viel Energie investiert und ihre Arbeiten auch sehr gut präsentiert – und sich den kritischen Fragen ihrer ProfessorInnen und der Gäste Patricia Hepp, Interdisziplinäre Gestalterin aus Köln, und Alex Gräf, Architekt mit Büro in London, souverän gestellt. Jetzt aber mal richtig ausschlafen!

Die Sprache der (neuen) Materialien

IMG_2748 Chris Lefteri, international gefragter Materialexperte mit Bürositz in London, Seoul und Singapur war wie jedes Jahr im SS an der NDU um in zwei Workshops zur „Sprache der (neuen) Materialien“  in das unendliche Wissensfeld von neuen und altbekannten Materialien einzuführen. In vier Tagen entwarfen die Studierenden des Masters vier „Material Persönlichkeiten“,  mit visuellen, sensorischen, emotionalen und zu guter Letzt funktionalen Qualitäten. Zu diesen Persönlichkeiten wurden vielseitige Experimente durchgeführt – es entstanden Material-Moodboards, Kugelbahnen, Bücher und sogar Lampen!

 

Alfred Ritter und das ÖBB-Wegeleitsystem

Alfred Ritter ist ein „großer Unbekannter“ unter den heimischen ArchitektInnen, denn wohl jede/r hat sich schon in Räumen aufgehalten, die er (mit)gestaltet hat: Etwa die Karlsplatz-Passage oder viele Haltestellen oder Bahnhöfe der ÖBB – von denen er seit der Jahrtausendwende die wichtigsten im Rahmen der Bahnhofsoffensive mit neuen Orientierungssystemen ausgerüstet hat, so auch den neuen Wiener Hauptbahnhof.

Ein sehr spannender Praxisbericht aus einer abstimmungsintensiven Schnittstellendisziplin zwischen Raum, Industriedesign, Typografie und Semiotik, über Mobilitätsketten und Entscheidungspunkte, Blickachsen und Lesedistanzen.

 

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Shopping 2030: Wien-Exkursion

Am letzten Tag des Wintersemesters stand eine Exkursion nach Wien auf dem Programm. Wir begannen im Conceptstore „Supersense“ im denkmalgeschützten Dogenhof in der Praterstraße mit einer Führung von Florian Kaps, einem der beiden Geschäftsgründer. Anhand der fünf nach den Sinnen gegliederten Stationen (fühlen, schmecken, riechen, sehen, hören)  konnten wir die Faszination von analogen Herstellungsprozessen und den daraus entstehenden Produkten erleben.

Weiter auf der Praterstraße stadteinwärts in der „Vetetage – Salon für Radkultur“, hat uns Geschäftsführer Kurt Stefan detaillierten Einblick sowohl in das Geschäftsmodell als auch in das Corporate Design seines Unternehmens gegeben, dem auch die Shop-Gestaltung folgt: Die schwarz-weißen Linienmuster in Logos und Geschäftseinrichtung sind inspiriert von der Glasserie Bronzit, die Josef Hoffmann 1912 für Lobmeyr entwickelt hat.

Bei einem Bürobesuch bei Christine Schwaiger bekamen die StudentInnen einen Einblick in eines ihrer aktuellen Projekte, die Gestaltung der handWERK Ausstellung im MAK (Brandschutz, Objektlayout, Design; Ausstellungsgrafik: Büro Bauer). Anschließend führte sie bei einem Besuch im MAK durch die Ausstellung, wobei die Gruppe auch von Mag. Viktoria Calvo-Tomek über die Aufgaben der Ausstellungsorganisation und von Dr. Rainald Franz über die Rolle des Kurators informiert wurde.

Shopping 2030 – Endpräsentation

Unser Design Studio zum Thema Marken und Räume hat beachtliche Ergebnisse hervorgebracht. Zur drängenden Frage nach einer möglichen (nahen) Zukunft des stationären Handels haben die Masterstudierenden des Studiengangs Raum und Informationsdesign eine Vielfalt an überraschenden Antworten gefunden, in Form von integrierten Marken-, Display- und Shopentwicklungen – manche sogar inklusive innovativer Produktideen oder gleich einem ganz neuen Geschäftsmodell.

Im wesentlichen geht es in unserem Projekt um eine kohärente Erzählung quer durch alle Erscheinungsformen einer Marke, von Name, ihrem visuellen und räumlichen Ausdruck, hin zur Schaffung von neuen sinnlichen und aktivierende Erfahrungen und Wechselwirkungen. Ganz wichtig dabei ist die Frage der Konkurrenz bzw. Konvergenz von physischen Orten und Online-Kanälen.

Thematische Leitlinie waren Angebote im Wertekanon des fairen Handels – dafür ist unsere Gastjuroren Karin Lebelhuber Expertin. Bei unserem Projektpartner EZA verantwortlich für Shop- und Personalentwicklung im Raum Wien erwies sich als sehr interessante und begeisterungsfähige Diskussionspartnerin. Danke!

 

 

Interne Evaluierung

Im Dritten Jahr des Bestehens des Masterstudiengangs Raum und Informationsdesign ist es Zeit für ein Resumée. Bei einem gemeinsamen Tag im Schwaighof in St. Pölten diskutiert das Kernteam gemeinsam mit Studierenden- und Lehrendenvertretern Perspektiven für das innovative Studium an der Schnittstelle von Architektur und visueller Kommunikation.

Hervorragend begleitet hat die produktive Veranstaltung Matthias Finkentey, Moderator, Coach und Organisationsberater sowie organisatorischer Leiter der IG Architektur.

Workshops mit Leonidas Martin und Trapped in Suburbia

Zwei interdisziplinäre Workshops mit illustrer internationaler Besetzung: Leonidas Martin, Designer und Aktivist (Enmedio, Barcelona), analysiert gemeinsam mit unseren Masterstudierenden „Beautiful Fences“ in der Stadt Wien – wie wird im öffentlichen Raum durch – mitunter sehr subtile – gestalterische Maßnahmen soziale Kontrolle ausgeübt? Und wie können solche Schranken mit den Mitteln von Kunst, Design und Humor  überwunden werden?

Richard Fussey und Cuby Gerards vom  Büro Trapped in Suburbia aus Den Haag, Holland beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit Experience Design – wie kann Gestaltung Menschen aktivieren und Interaktion fördern? In ihrem Workshop laden sie dazu ein, anhand von Zeitungsmeldungen eine beachtliches Ereignis zu jedem Monat des vergangenen Jahres festzumachen (zB. den Brexit) und in Form einer Installation oder eines Spiels sinnlich erfahrbar zu machen.

 

 

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Shopping 2030 – Pin-Up, Tag 2

Im aktuellen Design-Studio-Projekt „Shopping 2030“ geht es um die Frage, wie stationäre Retail Spaces in naher Zukunft funktionieren und mit ihrer Online-Schwester konvergieren werden; wie Marken sich in physischen Räumen ganzheitlich abbilden, und ihre Leistungen kommunizieren und sinnlich erlebbar machen können. Auch im zweiten Teil des Pin-Ups sehen wir einige sehr interessante Ansätze dazu! Und wir sind uns sicher: Der Handel braucht auch in Zukunft reale Orte, und es werden Orte des Sozialen sein!

Zu Gast: Art Direktorin Katrin Smejkal, die uns in einem Kurzvortrag einen Einblick in die Methoden und Projekte der Agentur brainds gibt; Lilly Egger, als Gründerin des Labels Kitsch Bitch selbst Shop-Betreiberin, und Prof. Alexander Tibus (BAU Berlin).

Shopping 2030 – 1. Pin-Up

Bei Teil 1 der Zwischenpräsentation unseres Semesterprojekts „Shopping 2030“ haben wir zwei sehr interessante Diskussionsteilnehmer an Board: Kommunikationsdesigner Alexander Tibus vom Büro Use-ID und Professor an der BAU Berlin, und den Architekten und Produktdesigner Stephan Vary vom Büro LABVERT.
Vary spricht in einem Vortrag über beeindruckende Projekte seines Büros im Retail- und Display-Bereich für internationale Marken wie Christian Dior, Chivas Regal oder L’Oreal – über die Transformation von Marken-Codes, narrative Räume, über neue Technologien und altes Handwerk.

London Encounters (2)

In fünf Tagen in London haben unsere Studierenden nicht nur aktuelle Trends zum Thema Shopping erforscht, sondern hatten auch die Gelegenheit, mehrere hochinteressante Persönlichkeiten aus den Bereichen Architektur, Design und Visuelle Kultur zu treffen:

Edward Barber, Jay Osgerby und Jason Holley empfingen uns in ihrem Büro Universal Design Studio, ebenso der Kommunikations- und Webdesigner Wolfram Wiedner (Wolfram Wiedner studio). Alexander Grünsteidl, Interaction Design Director bei Method, Inc., leitete  den Workshop „Retail and the City“, bei dem wir Anastassia Karandinou als Gastkritikerin begrüssen durften – sie forscht an der University of East London (UEL) zum Thema Architektur und Wahrnehmung.  Harald Trapp, programme leader Architecture and Design an der UEL, lud uns schließlich zu einem Spaziergang durch Canary Wharf ein und teilte sein großes Hintergrundwissen mit uns. Auch den NDU-fast-schon-Stammgast Joseph Popper, Künstler und Interaction Designer, konnten wir in London wiedertreffen.