Hombroich, Essen, Köln

Zum aktuellen Semesterfokus „Ausstellen“ kann unser Masterstudierengang zu Semesterbeginn einige sehr interessante Benchmarks im Nordwesten Deutschlands besichtigen und analysieren. Die Exkursion beginnt mit der Museumsinsel Hombroich und der nahegelegenen, ehemaligen Raketenstation, in der wir für zwei Nächte untergebracht sind: Das Gästehaus „Kloster“ ist der perfekte Ort, um uns – nach von den Studierenden gekochten Abendessen – bei Workshops auszutauschen. Zu Besuch: Patricia Hepp aus Köln, seit vielen Jahren Mitwirkende im Team der Museumsinsel (und auch verantwortlich für die visuelle Kommunikation), und auch maßgeblich an Konzept und Gestaltung des Kindergartens „Kinder Insel Hombroich“ beteiligt, den wir ebenfalls besichtigen dürfen. Neben den zahlreichen in den Landschaftspark eingebetteten Kunst- und Raumobjekten (Erwin Heerich u.a.) sind auch die Langen Foundation, eines der wenigen in Europa realisierten Gebäude von Tadao Ando, und benachbarte Bauten von Álvaro Siza Vieira oder Raimund Abraham unser Ziel. Der Künstler Oliver Kruse öffnet exklusiv für uns die Türen zu seinem Atelier in einem ehemaligen Raketenhangar.

Am zweiten Tag steht die Zeche Zollverein am Programm, eine enorm weitläufige, ehemalige Industrieanlage (UNESCO-Weltkulturerbe), die nach ihrer Schließung 1986 nach einem Masterplan von OMA/Rem Koolhaas für kulturellen Funktionen nachgenutzt wird, wie etwa durch das Ruhr Museum (HG Merz) oder das Red Dot Museum. Ebenfalls in Essen liegt das Museum Folkwang, das wohl weltweit erste Museum für Gegenwartskunst. Es wurde 2010 von Architekt David Chipperfield umgebaut und wesentlich erweitert.

In Köln können wir schließlich zwei weitere hervorragend gestaltete Museen besuchen: das Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde mit seiner sehr inspirierenden  Szenografie (Atelier Brückner), und das Kolumba Diözesanmuseum, einer konzeptionell und räumlich enorm spannenden Überbauung der Ruine einer romanischen Kirche durch Pritzker-Preisträger Peter Zumthor (2007). Natürlich besichtigen wir auch den weltweit dritthöchten Sakralbau, insbesondere das kontroversiell rezipierte, von Gerhard Richter 2007 neu gestaltete Südfenster.

 

Semesteropening mit Porzellan-Workshop

Der Semesterstart fand dieses Jahr nicht wie gewohnt an der NDU statt, sondern an einem aussergewöhnlichen Ort – am Gelände der ehemaligen Geschirrfabrik in Wilhelmsburg. Ziel der Exkursion war es, die Möglichkeiten des Materials Porzellan in all seinen Eigenschaften intensiv zu erfahren und einzusetzen. In drei Workshop-Tagen wurden von den Studierenden jeweils drei Trinkgefäße entwickelt, die eine Geschichte transportieren sollten und an denen die Techniken der Deformation, Addition und der Oberflächengestaltung anzuwenden waren. „Porzellanmeister“ Hermann Seiser stand uns geduldig zur Seite und unterstützte uns beim Testen der unterschiedlichen Verarbeitungsmethoden. Die fertigen Gefäße wurden im Rahmen einer gemeinsam improvisierten Ausstellung im Fabriksgebäude dem Hausherrn und Museumsdirektor Manfred Schönleitner und den Gästen Christian Schäfer (stellvertretender Geschäftsführer von Laufen Bathrooms AG), Sabina Durdik (Innovationsmanagement von Laufen Bathrooms AG) präsentiert und bei einem gemeinsamen Umtrunk auch gleich verwendet.
Ein definitiv gelungener Semesterstart!

 

 

Angebot: Career Check

redfloor

Am 8. und 22. August sowie am 5. September jeweils von 17 bis 20 Uhr bieten wir allen NDU-Bachelorabsolventinnen und -absolventen einen „Career Check“ an – in informeller Atmosphäre in den Büros Lichtwitz Leinfellner visuelle Kultur KG (8.8.), Christian Prasser Architektur (22.8.) und Christine Schwaiger Architektur/Interior (5.9.)

Dabei besteht die Gelegenheit, mit Gestaltern Euer persönliches Profil und Portfolio zu besprechen und sich über praktische Anforderungen in den Berufsfeldern Innenarchitektur und Kommunikationsdesign, sowie Möglichkeiten der Weiterbildung zu informieren. Nähere Informationen dazu unter info@ndu.ac.at bzw, (0)2742 890 2418.

Masterarbeiten 2017

Eine sehr breite Palette an verschiedenen Themen an der Schnittstelle von Architektur und visueller Kommunikation hat sich der bisher zweite Jahrgang an Absolventen unseres Masterstudiums vorgenommen: Von einem Pop-up-Fernbusterminal über einen Kulturkomplex in Istanbul bis zur Gestaltung einer Ausstellung in einem fahrenden Zug.

Alle KandidatInnen haben sehr viel Energie investiert und ihre Arbeiten auch sehr gut präsentiert – und sich den kritischen Fragen ihrer ProfessorInnen und der Gäste Patricia Hepp, Interdisziplinäre Gestalterin aus Köln, und Alex Gräf, Architekt mit Büro in London, souverän gestellt. Jetzt aber mal richtig ausschlafen!

Orientierung im Untergrund

Zur Endpräsentation des U-Bahn-Entwerfens im 2. Semester waren die prominenten Gastjuroren Gregor Eichinger aus Wien und Andreas Uebele aus Stuttgart gekommen. Beide konnten den Studierenden aus ihrer langjährigen Praxis in der Gestaltung von Transiträumen wertvolle Erfahrungen weitergeben. Zusätzlich hielt der international renommierte „Raumgrafiker“ Andreas Uebele einen gut besuchten Vortrag in der NDU Serie „lunch time lectures“.

Das visuelle und architektonische Erscheinungsbild eines U-Bahnnetzes prägt entscheidend die Identität einer Stadt. Die aktuelle große Ausbaustufe der Wiener U-Bahn sieht eine Erweiterung der U2 und den Bau der neuen Linie U5 vor. Bereits 2018 wird mit der Verlängerung der U2 ab Station Rathaus und mit dem Bau des ersten Teilstücks der U5 zum Frankhplatz-Altes AKH begonnen.

Präsentation ist alles

Um die Masterprojekte auch überzeugend präsentieren zu können wurden unsere Studierenden von DI Wojciech Czaja in einem zweitägigen Workshop darauf vorbereitet. Er kennt als Moderator und Vortragender nicht nur alle Kommunikationstricks, sondern ist als Journalist und Autor zahlreicher Artikel und Bücher auch ein Kenner der Architekturszene. Genau auf die Bedürfnisse der Studierenden zugeschnitten wurden inhaltliche Struktur, Vortragsaufbau, Beginn und Ende, Rhetorische Fragen, verbale und nonverbale Kommunikation in Einzel-, Paar- und Gruppenübungen trainiert.

 

Alles was Recht ist!

In der diesjährigen Niederösterreichischen Landesausstellung im Schloss Pöggstall geht es inhaltlich um die Geschichte der Rechtsprechung. Für uns Gestalter war jedoch der Hintergedanke des Besuchs zugegebenermaßen ein anderer – die grafische Ausstellungsgestaltung, das Orientierungssystem und viele der Werbemittel stammen von Büro Lichtwitz Leinfellner visuelle Kultur KG. Gewissermaßen an der Quelle sitzend bekamen wir spannende Insiderinfos von unserem Professor Kriso Leinfellner, der uns über die Gestaltungsansätze und Besonderheiten in diesem Projekt berichtete. Die Ausstellungsarchitektur stammt übrigens von den Querkraft Architekten.

 

Berlin auf Hochtouren – Eindrücke

Während unseres Berlinaufenthalts prominierten wir neben unseren Fixpunkten vom Aedes Architekturforum und der Tchoban Foundation über die Prinzessinnengärten, dem Co-Workingspace Betahaus, dem Künstlershop Modulor bis hin zur St. Agnes Kirche, die heute von J. König als Galerie für zeitgenössische Kunst genutzt wird.

Früh am Morgen trafen wir uns beim Bauhaus Archiv, besichtigten die aktuelle Ausstellung von Jasper Morrison, danach tourten wir durch das Hansaviertel, einem Musterbeispiel für moderne Architektur und Stadtplanung in den Fünfzigern und begutachteten eindrucksvolle Bauten u.a. von Aalvar Aalto, Egon Eiermann, Walter Gropius, Arne Jacobsen und Oscar Niemeyer.
Im Anschluss begutachteten wir den Berliner Hauptbahnhof, einem Turmbahnhof von Meinhard von Gerkan und danach den Hamburger Bahnhof, ein Museum für Gegenwartskunst mit der aktueller Ausstellung „moving is in every direction“. Auch die berührende Atmosphäre um das Holocaust Mahnmal war Part unserer Tour.

 

 

Studiovisits Berlin 10. – 13. Mai 2017

Spannende Studiovisits quer durch Berlin standen auf unserem dicht gedrängten Exkursionspensum: Zu Beginn starteten wir mit einem Besuch bei Moniteurs, einem Designstudio in Berlin Mitte. Geleitet von Julian Moder, Grafik- und Webdesinger, bekamen wir Einblicke in aktuelle grafische Projekte wie in das Leitsystem des Berliner Hauptstadtflughafens, in die Piktogrammentwicklung der Charité oder in das Orientierungssystem des „Aufbau Hauses“ am Moritzplatz, welches wir später auch besichtigten. Im selben Haus sitzt übrigens auch Modulor, ein Paradies für Architekten und Kreative, bei dem wir einen Zwischenstopp machten.

In Berlin Kreuzberg, weit hinten in einem Innenhof versteckt, trafen wir uns bei HORT, dem Grafikbüro von Eike König, in dessen loftartigem Büro wir einige Zeit verbrachten. Wieder zurück in Berlin Mitte, begegneten wir dem Architekten Olaf Grawert, der uns das viel publizierte Gebäude von Arno Brandlhuber in der Brunnengasse 9 anhand eines Modells zeigte und anschließend durch die, sich im Untergeschoss befindlichen KOW Galerie und dem darüber liegenden Architekturbüro, führte. Gleich gegenüber trafen wir im Anschluss Katrin Middel, eine der GeschäftsführerInnen von Polyform, einem Büro für Grafik-und Produktdesign, die uns spannende Insiderinformationen über aktuell laufende Projekte und wertvolle Informationen für analoge und digitale Leitsysteme gab.

In einem denkmalgeschützten ehemaligen Industrie- und Geschäftsgebäude namens Bikinihaus in Berlin Charlottenburg bekamen wir eine Führung (ja, es gibt tatsächlich Führungen in Shoppingcentern!), in der wir nicht nur wertvolle Informationen über diese „urbane Oase“, sondern auch über das Shopkonzept und über die anliegenden Gebäude, wie die Gedächtniskirche, den angrenzenden Tiergarten und das 25h Hotel, erfuhren.

Als letzten Fixpunkt besichtigten wir die Berliner Philharmonie, die Heimstätte der Berliner Philharmoniker, die 1963 von Architekt Hans Scharoun entworfen wurde. Die neuartige Konzeption des spektakulären Konzertsaals, in der das Podium mit den Musikern den Mittelpunkt bildet, ist mittlerweile Vorbild für Konzerthäuser aller Welt.

Exkursion Wiener Prater

Samstag, 6. Mai 2017 – am ersten hochsommerlichen Tag dieses Jahres stand für das zweite Semester eine Exkursion im Wiener Prater auf dem Programm. Neben zahlreichen Besuchern aus aller Welt, Erstkommunionskindern mitsamt ihren Familien, Jugendlichen und Praterfans fand obendrein die Lehrveranstaltung „Memoria – Orte des Gedächtnisses“ unter der Leitung von Dekan Dr. Sergius Kodera inmitten des Praters statt. Von den Studierenden wurden verschiedene Fahrgeschäfte analysiert, um zu verstehen wie sogenannte „Orte der Erinnerung“ ein kollektives Gedächtnis umformen. Besonders interessant war der Aspekt, die ausgewählte Praterattraktion aus Gestalter-Sicht bei Tageslicht und in der Dämmerung zu betrachten.