Hotellegenden in Salzburg

Die dritte Exkursion zum Thema „Boutique-Hotel“ führte uns am 10.April nach Salzburg, zum Arthotel Blaue Gans, zum Townhouse Weisses Kreuz und zum Hotel Sacher Salzburg.

Treffpunkt war am Vormittag im Hotel Blauen Gans, wo uns der Hotelier Andreas Gfrerer einen Überblick über die Geschichte des Hotels und die aktuelle Gestaltung gab, die Christian Prasser mit seinem Architekturbüro entwickelt hat.  Das Herzstück des Hauses ist das Gewölbe-Restaurant, das seit 1350 besteht. Die alten Mauern, Gewölben und original Wandvertäfelungen und -malereien schaffen eine einzigartige Raumatmosphäre. Besonders im Weinarchiv, ein ehemaliger Jazz-Keller, kann man schnell das Zeitgefühl verlieren. Die schiefen Wände des Altbaus sind auch in den Zimmern spürbar. Alle Hotelzimmer sind individuell gestaltet – vom „ländlichen“ bis zum „noblen“ Salzburg ist in der Zimmerausstattung alles vertreten.

Nach einem Mittagessen in der Blauen Gans ging es zu Fuß weiter ins sogenannte Townhouse Weisses Kreuz. Der Name, und das Gebäude selbst gehen auf das 16. Jahrhundert zurück, nach einer aufwendigen Restaurierung wurde hier im Zentrum der Altstadt eine Art Oase geschaffen. Gestaltet wurde dieser besondere Ort vom belgischen Kunstsammler und Interior Designer Axel Vervoordt. In Zusammenarbeit mit besten örtlichen Handwerksbetrieben wurde das Haus erbaut, das hohe handwerkliche Niveau ist in allen Ecken des Hauses spürbar. Das Townhouse ist von den persönlichen Ideen und Vorstellungen der Hausbesitzerin Claudia Binder geprägt und umfasst insgesamt nur sechs Zimmer. Kalkverputzte Wände und Decken sorgen für ein sehr angenehmes Raumklima. Verteilt über das ganze Haus wurden besondere Details gesetzt – antike Türgriffe, freigelegte Wandmalereien, Steinwände aus dem 16. Jahrhundert – der Umgang mit historischen Materialien schafft sowohl optisch als auch haptisch einen ganz speziellen Charakter.

Unser dritter Stopp unserer Exkursion war das Hotel Sacher Salzburg. Wir wurden von der Experience-Managerin Gudrun Keschar empfangen und durchs Haus geführt. Die einzigartige Sacher Philosophie ist im Hotel sofort spürbar. Das Sacher ist ein privat geführtes Unternehmen in dem familiäre Werte eine große Rolle spielen. Die hohe Qualität spiegelt sich nicht nur im Service, sondern auch in der liebevollen und detaillierten Gestaltung des Hotels wider. Insgesamt verfügt das Hotel über 110 Zimmer und Suiten. Wir bekamen Einblicke in ein Standard Doppelzimmer, einer Junior-Suite und einer regulären Suite. Sie selbst nennen den Einrichtungsstil „Trendition“ – Trend und Tradition. Das Interieur wurde von Alexandra Winkler gestaltet. Die stolze Tradition und der moderne Luxus ziehen sich durchs ganze Haus. Frau Keschar führte uns anschließend noch durch das Restaurant, das Café und den Wintergarten, wo nach abschließenden Worten unsere Salzburg Exkursion zu Ende war.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

 

Fokus Hotel

Im Sommersemester dreht sich alles um das Thema Hotel. Auftakt war eine Exkursion nach Wien, die vielfältiger nicht hätte sein können –

Startpunkt Museumsquartier – Gastprofessor Christof Nardin machte mit uns einen Gräzel-Rundgang, von den Museen über den Spittelberg bis hin zum Glacis Viertel, ehe es zur ersten Besichtigung in das Boutiquehotel Altstadt Vienna ging.

„Die DNA des Altstadt Viennas bestehe zum Einen aus der Lokalität, dem besonderen Ort, an dem es sich befinde, zunächst aus seiner vielfältigen, facettenreichen Bildsprache und außerdem aus einem Refugium von Menschen, die hier einfach so sein können, wie sie möchten“ – dies erzählte uns Philipp Patzel, Direktor des Hotels Altstadt Vienna, bevor er uns durch die verschachtelten Gänge dieser prachtvollen Räumlichkeiten führte und uns Einblicke in einige der 61 Zimmer gab. Die auf fünf Etagen verteilten Zimmer und Suiten  zeichnen sich durch ihre Einzigartigkeit aus. Sie wurden von ausgewählten KünstlerInnen, ArchitektInnen und DesignerInnen gestaltet, mit dem Auftrag, das Wiener Lebensgefühl neu zu interpretieren. Matteo Thun startete 2006 mit einem ganzen Zimmertrakt, weitere Zimmer von DesignerInnen wie Lena Hoschek, Gregor Eichinger oder Lilli Hollein folgten jährlich.

– DAS ZIMMER 18 –

Nun haben Studierende die fantastische Möglichkeit, eines der Zimmer im Altstadt Vienna zu gestalten. Im Rahmen eines geladenen Wettbewerbes (exklusiv an der NDU) innerhalb des Masterstudiengangs Innenarchitektur & visuelle Kommunikation sollen Entwürfe für das Zimmer 18 entwickelt werden, die ebenso das Wiener Lebensgefühl darstellen.

Um den Markt besser kennen zu lernen und zu analysieren, besichtigten wir danach das Boutiquehotel Hollmann Beletage, das Christian Prasser mit seinem Team konzipierte. Assistentin der Geschäftsführung Katharina Gartner und Christian Prasser führten uns durch die Räumlichkeiten und informierten uns über die Entstehungsgeschichte. Der letzte Stop war das Hotel Magdas, ein Hotel mit ungewöhnlichem Konzept, durch das uns die Architektin Johanna Aufner führte. Sie hat als Projektleiterin bei Alles Wird Gut Architekten die motivierende Geschichte des Hotels maßgeblich geprägt. Im Magads Hotel kommen Menschen aus aller Welt zusammen – als Freunde, Gäste oder Mitarbeiter. Im ehemaligen Seniorenheim leben und arbeiten Seite an Seite Hotelgäste und junge Menschen, die flüchten mussten aus Hunger, Krieg oder Verfolgung.

 

 

 

 

 

Impro Expo Express

Um der Semester-Endpräsentation zum Thema Ausstellungsgestaltung ins richtige Format zu bringen (individuelle Beamer-Präsentation ergänzt mit Mustern und Modellen) improvisiert Prof. Leinfellner noch schnell die passenden Vehikel: Vorhandene Rollwände erweitern sich über einsteckbare Seitenwangen zu Pulten. Student Michael Fehringer – als gelernter Tischler – setzt den Entwurf noch am Tag vor der Veranstaltung perfekt um.

Ausstellungsgestaltung – 2. Pin-Up

„Ausstellen ist nicht hinstellen, ausstellen ist gestalten.“ (Gottfried Korff)

Der 1. und 2.Jahrgang beschäftigen sich aktuell intensiv mit dem Thema Ausstellungsgestaltung. Das gesamte Areal des Geschirrmuseums Wilhelmsburg ist dafür ein idealer Ausgangsort. Einige der Räume am Gelände sind derzeit nicht in Verwendung und harren einer Verwertung. Vielfältige Ansätze der Studierenden wurden beim Pin-Up präsentiert: wie zum Beispiel die Auseinandersetzung mit dem Material Porzellan anhand von mehreren Stationen verteilt am gesamten Museumsareal, die Wechselwirkung der Stadt Wilhelmsburg und dem Geschirrmuseum,  eine Ausstellung speziell für Kinder, eine Ausstellung über Tisch- und Tafelkultur und die Gestaltung eines Materiallabors.

Gastkritiker Johann Moser vom Wiener Architekturbüro BWM Architekten und Lehrbeauftragter an der TU Graz hat die Diskussion mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung als Ausstellungsgestalter inspiriert und abschließend ermutigt interdisziplinäre Gestaltungskompetenzen weiterhin zu vertiefen, im Berufsfeld sind diese ein entscheidender Vorteil.

 

Hombroich, Essen, Köln

Zum aktuellen Semesterfokus „Ausstellen“ kann unser Masterstudierengang zu Semesterbeginn einige sehr interessante Benchmarks im Nordwesten Deutschlands besichtigen und analysieren. Die Exkursion beginnt mit der Museumsinsel Hombroich und der nahegelegenen, ehemaligen Raketenstation, in der wir für zwei Nächte untergebracht sind: Das Gästehaus „Kloster“ ist der perfekte Ort, um uns – nach von den Studierenden gekochten Abendessen – bei Workshops auszutauschen. Zu Besuch: Patricia Hepp aus Köln, seit vielen Jahren Mitwirkende im Team der Museumsinsel (und auch verantwortlich für die visuelle Kommunikation), und auch maßgeblich an Konzept und Gestaltung des Kindergartens „Kinder Insel Hombroich“ beteiligt, den wir ebenfalls besichtigen dürfen. Neben den zahlreichen in den Landschaftspark eingebetteten Kunst- und Raumobjekten (Erwin Heerich u.a.) sind auch die Langen Foundation, eines der wenigen in Europa realisierten Gebäude von Tadao Ando, und benachbarte Bauten von Álvaro Siza Vieira oder Raimund Abraham unser Ziel. Der Künstler Oliver Kruse öffnet exklusiv für uns die Türen zu seinem Atelier in einem ehemaligen Raketenhangar.

Am zweiten Tag steht die Zeche Zollverein am Programm, eine enorm weitläufige, ehemalige Industrieanlage (UNESCO-Weltkulturerbe), die nach ihrer Schließung 1986 nach einem Masterplan von OMA/Rem Koolhaas für kulturellen Funktionen nachgenutzt wird, wie etwa durch das Ruhr Museum (HG Merz) oder das Red Dot Museum. Ebenfalls in Essen liegt das Museum Folkwang, das wohl weltweit erste Museum für Gegenwartskunst. Es wurde 2010 von Architekt David Chipperfield umgebaut und wesentlich erweitert.

In Köln können wir schließlich zwei weitere hervorragend gestaltete Museen besuchen: das Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde mit seiner sehr inspirierenden  Szenografie (Atelier Brückner), und das Kolumba Diözesanmuseum, einer konzeptionell und räumlich enorm spannenden Überbauung der Ruine einer romanischen Kirche durch Pritzker-Preisträger Peter Zumthor (2007). Natürlich besichtigen wir auch den weltweit dritthöchten Sakralbau, insbesondere das kontroversiell rezipierte, von Gerhard Richter 2007 neu gestaltete Südfenster.