Alles was Recht ist!

In der diesjährigen Niederösterreichischen Landesausstellung im Schloss Pöggstall geht es inhaltlich um die Geschichte der Rechtsprechung. Für uns Gestalter war jedoch der Hintergedanke des Besuchs zugegebenermaßen ein anderer – die grafische Ausstellungsgestaltung, das Orientierungssystem und viele der Werbemittel stammen von Büro Lichtwitz Leinfellner visuelle Kultur KG. Gewissermaßen an der Quelle sitzend bekamen wir spannende Insiderinfos von unserem Professor Kriso Leinfellner, der uns über die Gestaltungsansätze und Besonderheiten in diesem Projekt berichtete. Die Ausstellungsarchitektur stammt übrigens von den Querkraft Architekten.

 

Berlin auf Hochtouren – Eindrücke

Während unseres Berlinaufenthalts prominierten wir neben unseren Fixpunkten vom Aedes Architekturforum und der Tchoban Foundation über die Prinzessinnengärten, dem Co-Workingspace Betahaus, dem Künstlershop Modulor bis hin zur St. Agnes Kirche, die heute von J. König als Galerie für zeitgenössische Kunst genutzt wird.

Früh am Morgen trafen wir uns beim Bauhaus Archiv, besichtigten die aktuelle Ausstellung von Jasper Morrison, danach tourten wir durch das Hansaviertel, einem Musterbeispiel für moderne Architektur und Stadtplanung in den Fünfzigern und begutachteten eindrucksvolle Bauten u.a. von Aalvar Aalto, Egon Eiermann, Walter Gropius, Arne Jacobsen und Oscar Niemeyer.
Im Anschluss begutachteten wir den Berliner Hauptbahnhof, einem Turmbahnhof von Meinhard von Gerkan und danach den Hamburger Bahnhof, ein Museum für Gegenwartskunst mit der aktueller Ausstellung „moving is in every direction“. Auch die berührende Atmosphäre um das Holocaust Mahnmal war Part unserer Tour.

 

 

Studiovisits Berlin 10. – 13. Mai 2017

Spannende Studiovisits quer durch Berlin standen auf unserem dicht gedrängten Exkursionspensum: Zu Beginn starteten wir mit einem Besuch bei Moniteurs, einem Designstudio in Berlin Mitte. Geleitet von Julian Moder, Grafik- und Webdesinger, bekamen wir Einblicke in aktuelle grafische Projekte wie in das Leitsystem des Berliner Hauptstadtflughafens, in die Piktogrammentwicklung der Charité oder in das Orientierungssystem des „Aufbau Hauses“ am Moritzplatz, welches wir später auch besichtigten. Im selben Haus sitzt übrigens auch Modulor, ein Paradies für Architekten und Kreative, bei dem wir einen Zwischenstopp machten.

In Berlin Kreuzberg, weit hinten in einem Innenhof versteckt, trafen wir uns bei HORT, dem Grafikbüro von Eike König, in dessen loftartigem Büro wir einige Zeit verbrachten. Wieder zurück in Berlin Mitte, begegneten wir dem Architekten Olaf Grawert, der uns das viel publizierte Gebäude von Arno Brandlhuber in der Brunnengasse 9 anhand eines Modells zeigte und anschließend durch die, sich im Untergeschoss befindlichen KOW Galerie und dem darüber liegenden Architekturbüro, führte. Gleich gegenüber trafen wir im Anschluss Katrin Middel, eine der GeschäftsführerInnen von Polyform, einem Büro für Grafik-und Produktdesign, die uns spannende Insiderinformationen über aktuell laufende Projekte und wertvolle Informationen für analoge und digitale Leitsysteme gab.

In einem denkmalgeschützten ehemaligen Industrie- und Geschäftsgebäude namens Bikinihaus in Berlin Charlottenburg bekamen wir eine Führung (ja, es gibt tatsächlich Führungen in Shoppingcentern!), in der wir nicht nur wertvolle Informationen über diese „urbane Oase“, sondern auch über das Shopkonzept und über die anliegenden Gebäude, wie die Gedächtniskirche, den angrenzenden Tiergarten und das 25h Hotel, erfuhren.

Als letzten Fixpunkt besichtigten wir die Berliner Philharmonie, die Heimstätte der Berliner Philharmoniker, die 1963 von Architekt Hans Scharoun entworfen wurde. Die neuartige Konzeption des spektakulären Konzertsaals, in der das Podium mit den Musikern den Mittelpunkt bildet, ist mittlerweile Vorbild für Konzerthäuser aller Welt.

Die Sprache der (neuen) Materialien

IMG_2748 Chris Lefteri, international gefragter Materialexperte mit Bürositz in London, Seoul und Singapur war wie jedes Jahr im SS an der NDU um in zwei Workshops zur „Sprache der (neuen) Materialien“  in das unendliche Wissensfeld von neuen und altbekannten Materialien einzuführen. In vier Tagen entwarfen die Studierenden des Masters vier „Material Persönlichkeiten“,  mit visuellen, sensorischen, emotionalen und zu guter Letzt funktionalen Qualitäten. Zu diesen Persönlichkeiten wurden vielseitige Experimente durchgeführt – es entstanden Material-Moodboards, Kugelbahnen, Bücher und sogar Lampen!

 

London Encounters (2)

In fünf Tagen in London haben unsere Studierenden nicht nur aktuelle Trends zum Thema Shopping erforscht, sondern hatten auch die Gelegenheit, mehrere hochinteressante Persönlichkeiten aus den Bereichen Architektur, Design und Visuelle Kultur zu treffen:

Edward Barber, Jay Osgerby und Jason Holley empfingen uns in ihrem Büro Universal Design Studio, ebenso der Kommunikations- und Webdesigner Wolfram Wiedner (Wolfram Wiedner studio). Alexander Grünsteidl, Interaction Design Director bei Method, Inc., leitete  den Workshop „Retail and the City“, bei dem wir Anastassia Karandinou als Gastkritikerin begrüssen durften – sie forscht an der University of East London (UEL) zum Thema Architektur und Wahrnehmung.  Harald Trapp, programme leader Architecture and Design an der UEL, lud uns schließlich zu einem Spaziergang durch Canary Wharf ein und teilte sein großes Hintergrundwissen mit uns. Auch den NDU-fast-schon-Stammgast Joseph Popper, Künstler und Interaction Designer, konnten wir in London wiedertreffen.